Völlige Genesung zweier Junghunde nach starkem Clostridienbfall

Alternativmedizin und Ernährungsumstellung rettete ihr Leben 23. Juni 2021 🞄 6 Minuten Lesezeit

Im Januar 21 wurde mir in meiner Ernährungsmedizinischen Sprechstunde eine Vizlahündin (1,5 jährig) und ein Boxerrüde (1,8 jährig) mit erheblichem Gewichtsverlust und einer sehr starker Darmproblematik vorgestellt.

Die Symptome:
• Hoher Gewichtsverlust (bis zu 10 kg)
• Antriebslosigkeit bis Läthagie
• Fieberschübe
• Osmotischer Durchfall
• Permanent Blutiger Schleim
• Parasitenbefall (Würmer, Kokizidien, Giardien)
• Überwucherung mit Chlostridien der Gattung Perfingens Alpha Toxine (Gasbrandbildner)
• Campylobacter
• Bacillus Cereus
• Dauerhafte Läufigkeit der Vizlahündin

Zwei abgemagerte Hunde

Trotz mehrfacher Behandlung durch verschiedene Tierärzte, Heilpraktiker, Laborexperten und
Futterberater änderte sich die Situation nicht. Wurmmittel, Antibiotika und auch diverse Nahrungsergänzungsmittel, sowie eine Schonkost mit wechselnden homöopathischen Zusätzen halfen nur mässig. Die Clostridienüberwucherung war neben dem anderen Parasitenbefall, die hartnäckigste Variante und verharrte. Auch eine „spezielle Clostridiendiät“ brachte keinen Erfolg und das hatte auch einen Grund. Es wurden immer wieder Symptombehandlungen vorgenommen und an diversen Baustellen gearbeitet. Die Befundungsberichte waren sehr umfangreich.
Die verzweifelte Lage der Halter war recht hoch und es war sehr viel Fingerspitzengefühl nötig, um das Vertrauen zu gewinnen. Sie kamen auf Empfehlung und suchten nach Strohhalmen an denen man sich festhalten konnte. Zumal Sie vor diesen beiden Hunden zwei andere mit einer ähnlichen Symptomatik verloren hatten.
Ich startete bei Null. Ließ mich nicht von den anderen Befundungen (die sehr lesenswert waren) nicht beeinflussen und machte mich auf die Analyse der Situation. Der Wunsch der Halter war, keine weiteren Antibiotika (Metronidazol etc.) anzuwenden, da diese den Darm schon sehr geschädigt hatten. Immerhin bekamen sie die Mittel schon seit mehreren Wochen und zeigten Anorexie, Desorientierung bis hin zur Ataxie und Entzugssymptome, wenn diese abgesetzt wurden. Es wurden ein neues, umfangreiches Blutbild erstellt und eine aktuelle Parasitologische Untersuchung vorgenommen. Das Ergebnis zeigte sehr hohe Werte bei Leber, Niere, Pankreas, alle Anzeichen einer EPI, niedrige Elastase und einen extrem hohen Wert des Clostridium perfringens α-Toxin. Alles in allem eine sehr lebensbedrohliche Situation. Die Halter wurden in den Wochen davor schon angehalten, die Tiere einschläfern zu lassen, wenn sich die Situation nicht ändere.
Mein erster Augenmerk galt der Reduzierung des Clostridienbefalls und der damit einher-gehenden Symptome. Clostridium perfringens ist ein grampositives, anaerobes, sporenbildendes Bakterium. Es ist der wichtigste Erreger des Gasbrandes und darüber hinaus ein potentieller Auslöser von Lebensmittelvergiftungen, die auch über die Schlachthäuser der Frischfleischlieferanten übertragen werden können. Clostridien sind ein Keim der ein ganz normaler Bestandteil der Darmflora von Mensch und Tier ist. Die Sporen können auch über Böden und Sedimente in der freien Natur und in der Nähe von Biogasanlagen von Hunden aufgenommen werden und vermehren sich auf diese Weise auch im Darm und führen zu Überwucherung. Eine Sonderform des Gasbrandes ist der Darmbrand (Nekrotisierende Enteritis). Er zeigt eine hohe Letalität (Todesfolge) und wird durch das Beta-(β)-Toxin von Clostridium perfringens verursacht. Nach einer kurzen Inkubationszeit treten plötzlich starke Tenesmen (schmerzahfter Stuhl und Harndrang) , blutige Diarrhöen und Fieber auf. Binnen weniger Stunden bis Tage können sich schwere Komplikationen wie ein Herz-Kreislauf-Versagen, ein Ileus (Darmverschluss), eine Darmperforation (Durchbruch der Darmwand in die Bauchhöhle), gastrointestinale Massenblutungen sowie neurologische Symptome (z.B. Tetraplegie (Lähmung aller vier Extremitäten)) einstellen. Auch bei rascher und adäquater Therapie ist die Letalität hoch. Die bisherigen Diäten schlugen eine Fütterung von hohem Proteingehalt über Frischfleisch-fütterung und viel Fett mit wenig Kohlenhydraten vor. Genau das ist aber das Futter der Clostridien und ließ diese damit weiter in Menge zunehmen. Clostridien ernähren sich gerne von Fett und Eiweiß, vor allem aus tierischer Quelle. Wer bei einer Clostridien Infektion auf diese Stoffe verzichtet und sich von zuckerarmen Kohlenhydraten und Fasern ernährt, der könnte theoretisch ihre Ausbreitung verhindern.
Der aktuelle Ernährungsplan musste sofort geändert werden. Eine Futterumstellung auf ein fleischprotein- und fettarmes Futter mit Ballaststoffen und die gleichzeitige Sanierung und Entgiftung des Darms stand auf meiner Prioritätenliste, um die Clostridien auf ein Verhältnis von 10E3 runterzubringen. Bei der Futterauswahl setzte ich auf ein Futter das keine Fleischproteine enthielt und den Proteinbedarf durch Insekten mit einem Proteinanteil von 25% in T.S. und den Fettanteil an der unteren Grenze von 5% bereit stellte. 
Die Wahl viel auf „PETMAN RAW Veterinary Diet Hypoallergenic Insect“ von dem Hersteller
Energique. Es ist ein bedarfsdeckendes Diätfutter für empfindliche Hunde, mit Buffalowurm als einzige tierische Eiweißquelle. Eine weitere Besonderheit ist der sehr geringe Fettgehalt, der es auch für Indikationen wie Hyperlipidämie (hohe Blutfettwerte) und Lymphangiektasie (Erweiterung der Lymphgefäße) geeignet macht. Zudem ist bei dem HPP Herstellungsverfahren von keiner Keimbelastung durch das Futter auszugehen. Ein für mich wichtiger Aspekt in der Auswahl.
Dieses spezielle Futter für Gastrointestinale Störungen haben als besonderes Merkmal das es nach der Verpackung - unter Hochdruck ohne Hitze-pasteurisiert (HPP) wird, um pathogene Bakterien
abzutöten. Die Wirksamkeit dieses Hochdruckverfahrens ist vergleichbar mit der Pasteurisierung durch Hitze und bedeutet, dass die Verwendung dieser Produkte weitaus sicherer ist als die Fütterung von regulärem Frischfleisch.

„Der HPP-Prozess macht die Futterlinie PETMAN RAW VETERINARY DIETS aus mikrobiologischer Sicht zum sichersten Frischfleischfutter für Hunde, speziell bei immungeschwächten Tieren. Bei der Produktion wird durch Hochdruckpasteurisierung (HPP) Sicherheit geschaffen. Das Futter wird erhöhtem Druck ausgesetzt – ohne Hitzeeinwirkung. Der volle Nährwert des ausgewogenen Futters bleibt erhalten. Auch kranke Tiere können von den Vorteilen rohen Futters, bei gleichbleibend hoher Qualität, profitieren.“

Diese Form der Reduktion sollte nur über einen Zeitraum „X“ gefüttert werden, bis die Keimanzahl nachweislich reduziert war und auch die schlechten Blutwerte wieder einen normalen Zustand erreichten. Zudem setzte ich auf die rein pflanzlichen Darmsanierungs- und Entgiftungsprodukte „Gut-X-Pro“ von VulcanoVet. Dem Gesundheitskonzept zur Pflege, Sanierung und Entgiftung des Darms. Die Bundles bestehen aus 100% natürlichen Produkten, die in Kombination den Darm gesunderhalten bzw. bei der Sanierung und Entgiftung unterstützen. Die geniale Zusammensetzung dieser Produkte erlaubte es mir, die Dysbiose (bakterielle Überwucherung des Darms) zu regulieren und die Leber und Niere in der Entgiftung zu unterstützen.

Und das war das Ergebnis:
Innerhalb einer Woche veränderte sich der Kotabsatz, Blut und Schleim blieben aus. Es gab immer noch Durchfall, aber auch der wurde weniger. Die Hunde wurden wieder lebendiger und nahmen ganz langsam wieder an Gewicht zu. Schwankungen inklusive. Das Leben der beiden Hunde und der Halter wurde wieder lebenswert. Aus dem Chaos und der Ungewissheit entstand Zuversicht auf weitere Besserung. Insgesamt erholten sich die beiden Hunde innerhalb von 3 Monaten. Mit vielen höhen und tiefen und zahlreichen Kotbildern.

Zwei Hunde auf der Wiese

Mit dem Wegfall der Symptome haben wir in kleinen Schritten von der „PETMAN RAW Veterinary Diet Insect“ auf „PETMAN RAW Veterinary Diet Ente“ umgestellt um zu testen, ob der Clostridienbestand auch bei Fleischprotein Fütterung wieder ansteigt. Was aber nicht der Fall war. Wiederkehrend kontrollierte ich mit Blut- und Laboranalysen den aktuellen Stand und wertete diese immer mit den Haltern zusammen aus. Jederzeit beantwortete ich alle Ihre Fragen. Beide Hund bekommen jetzt nach wie vor eine pflanzliche Unterstützung des MagenDarmtraktes mit VulcanoVet Produkten und ein Nassfutter mit hohem Fleischanteil und sehr guter Bioverfügbarkeit und Rohfasern (Gemüse und Früchte) von PETMAN.
Beiden Hunden geht es sehr gut. Der Clostridienbestand ist auf 10E3 gesunken und es treten keinerlei Symtome mehr auf. Die Befunde der Blutbilder sind alle im Normbereich, das Gewicht der Hunde hat sich auf die Normalwerte von 23 Kg (Vizla) und 34 Kg (Boxer) eingependelt. 
Die Halter freuen sich Ihres Lebens und sind über die Massen dankbar!

Joe Rahn - Tierpsychologe, Ernährungsmediziner/Diätetiker
ANICARE Tiergesundheit
www.anicare.vet

BARF-Ratgeber kostenlos anfordern!