Getreide füttern gut oder schlecht?

Hallo zusammen, 

ich hoffe, Ihr hattet einen tollen Sommer und freut euch wie ich auch ein bisschen auf den Herbst und seine tollen Farben! Passend zum Herbst soll es heute um eines der größten Streitthemen unter BARFern gehen – Getreide! Soll Getreide gefüttert werden, soll es nicht gefüttert werden oder ist es am Ende einfach egal? Wie gewohnt bin ich da mal für euch losgezogen und habe versucht herauszufinden, wie es sich mit Getreide im Hundefutter nun verhält.
Getreide ist eine Kohlenhydratquelle und zunächst einmal gilt, dass Hunde keinen natürlichen Kohlenhydratbedarf haben. Da ist der Hund nach wie vor Raubtier, auch bei Wölfen steht Getreide nicht auf dem Speiseplan. Ist es denn dann sinnvoll, dass dennoch viele Hersteller von Dosen- oder Trockenfutter ihren Produkten Getreide beifügen?

Die Antwort ist nicht ganz einfach. Auch wenn Getreide eigentlich nicht auf dem Speiseplan des Hundes steht, können unsere Vierbeiner Getreide doch deutlich besser verwerten als ihre wilden Vorfahren. In bestimmten Fällen können Kohlenhydrate als Energielieferant sogar hilfreich sein, z.B. bei Tieren, die mit Untergewicht kämpfen und nicht zunehmen, bei  Hunden, die ständig Hunger haben oder bei trächtigen Hündinnen. Es spricht also grundsätzlich erst einmal nichts gegen einen Getreideanteil im Futter, aber natürlich gibt es – wie immer – ein paar Dinge zu beachten:

  1. Die meisten Hunde haben kein Problem mit einem Getreideanteil im Futter, aber Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Zum einen ist Getreide ein mögliches Allergen (hier gilt es aufzupassen, denn viele Hunde werden ja gerade aufgrund von Allergien auf BARF umgestellt), zum anderen nimmt die Verdaulichkeit des Futters durch Getreidezugabe ab. Probleme können hier vor allem Tiere bekommen, die zu Reizdarm oder Darmentzündungen neigen. Auch bei Hunden mit Gelenkerkrankungen ist Vorsicht geboten. Grundsätzlich solltet Ihr bei allen Erkrankungen die Beratung eines Ernährungs-Experten in Anspruch nehmen, um den Heilungsprozess des Hundes optimal zu unterstützen.

Einer der Vorteile des BARFens ist ja, dass Ihr sehr genau bestimmen könnt, was in den Napf kommt. Solltet Ihr euch für die Fütterung von Getreide entscheiden, achtet darauf, dass Getreide immer „aufgeschlossen“ (gekocht bzw. zumindest zum Quellen gebracht oder in Form von Flocken) sein muss, um vom Hund verwertet werden zu können. Der Getreideanteil der Mahlzeit sollte nicht mehr als 10-15% betragen. Der höhere Rohfasergehalt führt zu einer geringeren Verwertbarkeit der gesamten Futtermenge, es wird also mehr gefressen. Die ungünstige Aminosäurenzusammensetzung führt zu Veränderungen in der Verdauung (nicht mehr hauptsächlich im Dünndarm, sondern auch mikrobiell im Dickdarm), die bei Überversorgung Nieren und Leber schädigen können.

Wenn Ihr eure BARF-Mahlzeit selbst mischt, könnt Ihr ja ohnehin selbst entscheiden, ob ihr auf Getreide verzichten wollt, selbst der Gemüse-Anteil ist mittlerweile im Form der PETMAN Gemüse-Frucht-Taler komplett getreidefrei erhältlich. Auch wenn Ihr auf die bequemere Variante BARF-In-One setzt, gibt es gluten- (Geflügel, Lachs) und komplett getreidefreie (Hirsch, Wildhase, Ente, Pferd, Buffy Insect, Kraftprotz) Varianten, auf die Ihr zurückgreifen könnt.

Wenn Ihr noch Fragen zur Fütterung von Getreide habet, freuen wir uns über Euren Besuch auf unserer Facebook-Seite oder Ihr bringt sie einfach mit ins nächste Webinar, das am 27. September stattfindet (11 Uhr, 19 Uhr und 21 Uhr).



 

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